„Mathe für kleine Asse“ – SINUS-Lippe fördert begabte Grundschulkinder

Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division gehören zum Lehrplan jedes Viertklässlers. Schüler, die regelmäßig Matheaufgaben üben, lernen mit der Zeit, wie die Grundrechenarten funktionieren. Im täglichen Unterricht ist es für Lehrkräfte jedoch schwer zu erkennen, welches Kind logische Zusammenhänge wirklich versteht oder ein Talent dafür hat, selbst komplexe Aufgaben zu lösen.

Das Projekt SINUS-Lippe, dessen Ziel es ist, Kinder für Mathe und Naturwissenschaften zu begeistern, wollte auf dieses Thema hinweisen. Daher drehte sich die erste Veranstaltung im aktuellen Schuljahr um Möglichkeiten, talentierte Grundschulkinder im Matheunterricht noch weiter voranzubringen. „Im letzten SINUS-Jahr lag der Schwerpunkt bei der individuellen Förderung auf den lernschwachen Kindern. In diesem Jahr möchten wir die Grundschullehrer bei ihrer Arbeit mit besonders begabten Kindern unterstützen“, erklärte Beate Wehmeyer, SINUS-Lippe-Projektkoordinatorin vom Bildungsbüro Kreis Lippe. Tipps und Anregungen, wie dies im Schulalltag umgesetzt werden kann, gab Referentin Dr. Nina Berlinger vom Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik der Universität Münster den teilnehmenden Grundschullehrkräften: Kleine Matheasse können beispielsweise durch spezielle Aufgaben früh entdeckt und gefördert werden. Dr. Nina Berlinger betonte, dass bei der Erkennung von begabten Kindern besondere Kriterien gelten: „Eine mathematische Begabung ist nicht mit Intelligenz gleichzusetzen. Grundschüler, die hochintelligent sind, können Probleme im Matheunterricht haben und umgekehrt können Matheasse Schwierigkeiten beim Lernen in anderen Fächern haben.“ Besonders beim Einsatz offener Aufgaben, die von allen Kindern gleichzeitig, aber mit unterschiedlicher Komplexität bearbeitet werden können, zeigen sich besondere Begabungen. Solche offenen Aufgaben lassen sich von der Kita bis zur Sekundarstufe I immer wieder im regulären Mathematikunterricht einsetzen.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung reflektierten die Teilnehmer ebenfalls das vergangene Schuljahr und warfen einen Blick auf das kommende Jahresprogramm. Zudem erhielten die 20 SINUS-Bildungseinrichtungen erstmalig Zertifikate für den Innen – und Außenbereich ihrer Schule, so dass auch nach außen demonstriert werden kann, dass an der „Steigerung der Effektivität des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts“, kurz SINUS, gearbeitet wird. Fragen zum Projekt SINUS-Lippe beantwortet Beate Wehmeyer unter b.wehmeyer@kreis-lippe.de oder 05231 – 62 4800.

BUZ: Präsentiert Möglichkeiten zur Förderung von mathematisch begabtem Nachwuchs: Dr. Nina Berlinger.

Digitale Bildung intelligent vernetzt – Einladung zum regionalen Bildungsdialog am 22. November in der Lipperlandhalle

Im Rahmen eines regionalen Bildungsdialogs der Fokusgruppe „Deutschland Intelligent Vernetzt (DIV)“ des Nationalen Digital-Gipfels der Bundesregierung laden der Fachausschuss Digitale Bildung der Lippe Bildung eG sowie die OstWestfalenLippe GmbH herzlich zur Veranstaltung  

 Bildung 4.OWL – Ideen-Orte-Projekte
Innovative Bildung für die Wirtschaft der Zukunft –

ein. Im Beisein von Landrat Dr. Axel Lehmann und Vertretern der Bezirksregierung, Unternehmen, Schulen und weiteren Institutionen wird Prof. Dr. habil. Christoph Igel als Leiter des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz in Berlin einen Blick auf die Region und die Herausforderung der digitalen Bildung insbesondere für die berufliche Bildung werfen. Anschließend soll die Idee eines OWL-weiten „Intelligenten Bildungsnetzwerks“ vorgestellt und diskutiert werden. Hier wollen Bildungsakteure gemeinsam entlang der Bildungskette für Kitas, Schulen, Schulträger, Berufskollegs, Hochschulen sowie Unternehmen bedarfsgerechte Angebote entwickeln. Zudem wird sich der im Aufbau befindliche InnovationCampusLemgo als ein Ort für die gemeinsame Entwicklung des Themas in OWL präsentieren, bevor abschließend das Vorhaben der Lernfabrik 4.0 der lippischen Berufskollegs vorgestellt und das dort gefertigte Produkt erstmals öffentlich präsentiert wird.  

Folgende Daten können Sie gerne schon jetzt notieren:

Mittwoch, 22. November 2017 | 13:00 bis 17:00 Uhr
Lipperlandhalle Lemgo | Bunsenstraße 39 | 32657 Lemgo

Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmen, allgemeinbildende Schulen, Berufskollegs, Hochschulen und Organisationen sowie alle interessierten Bildungsakteure der Region. Die Veranstaltung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Fachausschuss Digitale Bildung der Lippe Bildung eG und der OWL GmbH. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung wird ab dem 20. Oktober 2017 unter folgendem Link möglich sein: http://www.lippe-mint.de/bildung-4-owl/

 

Haus der kleinen Forscher – Gemeinsam mit Kindern Informatik entdecken

Das „Haus der kleinen Forscher“ bietet ab sofort Informatik-Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen aus Kitas, Grundschulen und OGS an. Mit dem Angebot „Informatik entdecken – mit und ohne Computer“ betritt die Bildungsinitiative pädagogisches Neuland und schließt zugleich eine Lücke bei der Qualifizierung von Fach- und Lehrkräften in einem Kernbereich der digitalen Bildung. Die Lippe Bildung eG hat noch wenige Restplätze in den ersten Workshops in Lemgo zu vergeben. 

Computer sind heute überall: Im Smartphone und im Auto ebenso wie in der Waschmaschine. Kinder kommen schon früh mit informatischen Systemen in Berührung und haben viele Fragen: Weiß der Computer alles? Wie passt die Oma ins Tablet? Haben Roboter einen eigenen Willen? Oft sind Pädagoginnen und Pädagogen unsicher, wie sie ihrem Bildungsauftrag im digitalen Bereich nachkommen können. Das „Haus der kleinen Forscher“ bietet mit der Fortbildung „Informatik entdecken – mit und ohne Computer“ Orientierung und solide fachliche Grundlagen für die pädagogische Arbeit mit Kita- und Grundschulkindern.

Die eintägige Fortbildung behandelt die Bedeutung von Informatik im Alltag und bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele Praxisideen für die Bildungsarbeit mit Kindern in der Altersgruppe von drei bis zehn Jahren. Gemeinsam mit den Jungen und Mädchen können die pädagogischen Fachkräfte dann z.B. erforschen, wie Computer Zahlen sortieren, wie man mit Hilfe einer algorithmischen Vorgehensweise Spiele gewinnen kann oder wie man Nachrichten verschlüsselt. Wichtige Grundlagen der Informatik lassen sich mit Papier und Stift, mit Alltagsmaterialien oder mit reinem Körpereinsatz erfahren. Die Fortbildung „Informatik entdecken – mit und ohne Computer“ ist deshalb so angelegt, dass Kitas und Schulen keine digitalen Endgeräte einsetzen müssen, um eigene Lerngelegenheiten zu gestalten. In der Fortbildung können die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte jedoch den Einsatz von Programmierung und Robotik ausprobieren und reflektieren.

Mit „Informatik entdecken“ betritt das „Haus der kleinen Forscher“ pädagogisches Neuland, denn flächendeckende Angebote zur informatischen Frühbildung für Mädchen und Jungen im Alter von drei bis zehn Jahren existieren in Deutschland bislang noch nicht. Entwickelt wurde die Fortbildung in enger Zusammenarbeit mit führenden Didaktikern der Informatik.

Bildunterschrift: Ein Mädchen erforscht mit Bausteinen den Aufbau eines Rasterbildes © Christoph Wehrer/Stiftung Haus der kleinen Forscher

Mit falschen Berufsvorstellungen aufräumen: Neue „Ausbildungsbotschafter“ gehen in Lippe an den Start

Bürokaufmann, Verkäuferin oder Industriekauffrau: Regelmäßig führen diese Berufe die Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe an. Rund 40 Prozent aller Schulabgänger entscheiden sich für die zehn beliebtesten Berufe – auf der anderen Seite bleiben viele Lehrstellen unbesetzt. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Lippe Bildung eG des Kreises Lippe schon seit 2011 erfolgreich die sogenannten „Ausbildungsbotschafter“ ein: Sie besuchen die Schulen im Kreis Lippe und erzählen den Schülern ab Klasse 8 von ihrem Berufsalltag und den Chancen, die ihr Ausbildungsberuf ihnen gerade auch in Lippe bietet. Insgesamt 20 neue Ausbildungsbotschafter aus elf unterschiedlichen Berufen erhielten nun im Kreishaus ihr Zertifikat und werden sich nun auf den Weg an die lippischen Schulen machen, um für ihre Ausbildungsberufe zu begeistern.

„Die Meinung Gleichaltriger hat für Schüler oft nochmal einen ganz anderen Stellenwert, als die Ratschläge der Erwachsenen. Die Resonanz auf das Projekt der Ausbildungsbotschafter ist deshalb enorm gut: Davon profitieren nämlich nicht nur die Unternehmen, die ihre offenen Lehrstellen besetzen können, sondern auch die Schüler, die tolle Chancen ergreifen können“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann den Hintergrund des Projekts. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in enger Kooperation mit der DEHOGA Lippe, der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold, der Agentur für Arbeit Detmold sowie der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, die bei ihren Mitgliedsunternehmen für das Projekt werben. „Gemeinsam mit unseren Projektpartnern können wir viele Unternehmen erreichen, die uns unterstützen. Wir freuen uns deshalb auch besonders, dass wir in diesem Jahr wieder viele neue Ausbildungsbotschafter gewinnen konnten, die für ihren Beruf und für die Ausbildung in Lippe werben“, so Friederike Reinecke, die in diesem Jahr die Projektleitung von Doris Hampel übernommen hat.

Und so funktioniert das Projekt: Auf der Internetplattform www.ausbildungsbotschafter.de können sich interessierte Auszubildende oder auch deren Arbeitgeber zunächst für das Projekt anmelden und werden dann vom Projektträger kontaktiert. Die kostenlose Fortbildung zum Ausbildungsbotschafter erfolgt dann im Rahmen einer zweitägigen Schulung, mit Inhalten wie Teamtraining oder Präsentationstechniken. Bei erfolgreichem Abschluss der Fortbildung erhalten die Teilnehmer zum Abschluss ein Zertifikat, mit dem sie sich dann ganz offiziell „Ausbildungsbotschafter“ nennen dürfen. Die Vermittlung an die Schulen erfolgt dann ebenfalls über die Plattform www.ausbildungsbotschafter.de: Interessierte Schulen können sich melden und ganz gezielt einen Beruf aussuchen, über den der Ausbildungsbotschafter berichten soll. Diese Besuche sind für die Schulen komplett kostenlos. Fragen rund um das Projekt „Ausbildungsbotschafter“ beantwortet Friederike Reinecke unter Tel.: 05261-28 89 298 oder reinecke@lippe-bildung.de. Weitere Informationen gibt es außerdem im Internet unter www.ausbildungsbotschafter.de.

13. November 2017 – Bildungskonferenz „Kulturelle Bildung im Kreis Lippe“

Kulturelle Bildung stärkt die Persönlichkeit, fördert eine ganzheitliche Wahrnehmung und hilft, die Welt zu verstehen. Das Regionale Bildungsnetzwerk des Kreises Lippe möchte in Kooperation mit dem Landesverband Lippe das Thema der Kulturellen Bildung zukünftig mehr in den Fokus nehmen und die Schulen und Kindergärten in diesem Bereich aktiv unterstützen.

Um ein besseres Verständnis für den Begriff der Kulturellen Bildung zu erhalten und die Bedürfnisse und Erwartungen der Schulen und Kindertageseinrichtungen auf der einen und die der Kultureinrichtungen und kulturellen Akteure auf der anderen Seite besser kennenzulernen, laden wir Sie ganz herzlich zu unserer Bildungskonferenz „Kulturelle Bildung im Kreis Lippe“ am Montag, den 13. November 2017 ein.

Neben Vorträgen und moderierten Themenräumen möchten wir den lippischen Schulen und Kindertageseinrichtungen gerne die Gelegenheit bieten, sich auf einem „Markt der Möglichkeiten“ über die Vielfalt der kulturellen Angebote für Kinder und Jugendliche in Lippe zu informieren und Kontakte zu neuen Kooperationen mit kulturellen Partnern zu knüpfen. Wir freuen uns, Sie auf dieser Veranstaltung begrüßen zu können. Hier finden Sie die Einladung Bildungskonferenz 13.11.17. Eine Anmeldung ist möglich bis zum 06.11.2017.

22. November 2017 – FörSchL revisited: Wo stehen wir und wo soll es hingehen?

Save the Date: Für Grundschullehrkräfte, die im Rahmen von FörSchL im Kreis Lippe aktiv waren und/oder es immer noch sind, gibt es am Mittwoch, den 22. November 2017, ein FörSchL-Fresh-Up. Prof. Dr. Andrea Peter-Koop von der Universität Bielefeld wird mit den Lehrkräften die bisherige FörSchL-Arbeit reflektieren, Unterstützungsmöglichkeiten identifizieren und neue Entwicklungen in der mathematischen Diagnostik und Förderung vorstellen. Bitte merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor. Eine Einladung mit der Möglichkeit sich anzumelden, wird direkt an die Grundschulen verschickt. Weitere Informationen erteilt Beate Wehmeyer, Telefon 05231/62-4800, Email b.wehmeyer@kreis-lippe.de

Impulse 50+ – Motiviert und mit Schwung in die zweite Lebenshälfte!

Menschen über fünfzig bleiben heute länger fit und gesund, haben einen höheren Lebensstandard als ihre Vorgänger-Generation und verfügen über einen großen Erfahrungsschatz. Der Übergang in die zweite Lebenshälfte geht bei vielen Menschen jedoch einher mit neuen Herausforderungen durch Veränderungen in der beruflichen und familiären Situation. Die Initiative „Impulse 50+“ des Kreises Lippe hat deshalb in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern ein Programm entwickelt, das den Lipperinnen und Lippern eine vorausplanende und zielgerichtete Auseinandersetzung mit ihren persönlichen und beruflichen Entwicklungen ermöglicht. Die einzelnen Angebote finden Sie in dem Programm impulse 50+_2017.

Seniorexperten unterstützen die Arbeit mit jugendlichen Geflüchteten in den Internationalen Förderklassen

Mit Beginn des Schuljahres 2017/18 haben die Integrationscoaches am Berufskollegstandort Lemgo bei der Begleitung und Betreuung der Schüler/-innen und Schüler aus den Internationalen Förderklassen Verstärkung erhalten: Ehrenamtliche des Senior Experten Services möchten die Jugendlichen unterstützen und mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration beitragen. Bei den Senior Experten handelt es sich um lebens- und berufserfahrene Menschen im Ruhestand mit umfangreichem Kenntnissen von den Abläufen in Betrieben und von Ausbildungsinhalten. Ein Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit ist es, junge Leute in Schule und Ausbildung zu unterstützen und ihr Wissen weiterzugeben. Mit der oftmals ganzheitlichen Begleitung jugendlicher Geflüchteter erweitern sie ihr Tätigkeitsfeld in Lippe, wobei die Integrationscoaches jederzeit gerne mit Rat und Tat bzw.  als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen.

In mehreren Gesprächen unter Teilnahme von Herrn Raithel (IHK zu Detmold), Herrn Fieke (Projektkoordinator VERA), Frau Braitmaier und Frau Prophet als Integrationscoaches sowie Frau Wilting als Koordinatorin sind mögliche Aufgaben der ehrenamtlichen Senioren erläutert, besprochen und abgesteckt worden, so dass der Einsatz von drei Ehrenamtlichen nach den Sommerferien starten konnte. Die vielfältigen Angebote und Möglichkeiten der Seniorexperten richten sich zum einen nach der Situation einzelner Schülerinnen und Schüler und dem daraus entstehenden Bedarf, decken aber auch allgemeine Felder wie die Akquise von Praktikumsplätzen, Hilfestellung im Bewerbungsverfahren, Hilfestellung bei den Hausaufgaben und natürlich die Kommunikation als Beitrag zum Erlernen der deutschen Sprache ab. Durch die Mitarbeit des Senior Experten Services konnte das Beratungszentrum „An.Schu.B“ auf der Lemgoer Bildungsmeile um ein weiteres Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs ergänzt und somit die Kooperation der unterschiedlichen dort tätigen Beratungsfachkräfte erweitert werden.

BUZ: Birgit Prophet und Sabrina Braitmaier (von links) freuen sich über die Mitarbeit der Senior Experten

Mit „KungFu“ in die Zukunft – Wegweisendes Projekt zur Ausbildung in Lippe angelaufen

Industrie 4.0: Es ist das Schlagwort der modernen Wirtschaft und steht für technische Innovationen, die die industrielle Produktion effizienter und intelligenter machen sollen. Doch wie verändern sich die Ansprüche an die Ausbildung der Fachkräfte, welche neuen Kompetenzen müssen Auszubildende lernen und Ausbilder vermitteln? Beispielhaft an der Kunststoffindustrie stellt sich der Kreis Lippe nun dieser Frage: Mit „KungFu – Kunststoff goes Future“ sollen Antworten gefunden werden – darauf, wie die Bildungsangebote an die veränderten Anforderungen angepasst werden müssen. „Denn eine Industrie 4.0 erfordert auch eine Bildung 4.0: Wir müssen unsere Bildungsangebote neu überdenken und an den veränderten Arbeitsmarkt anpassen, diesem Grundsatz haben wir uns auch im Zukunftskonzept Lippe 2025 verschrieben. Denn nur dann kann Lippe als Wirtschaftsstandort im Wettkampf um begehrte Fachkräfte konkurrenzfähig bleiben“, betont Landrat Dr. Axel Lehmann mit Blick auf Lippes Zukunft.

Das Projekt „KungFu – Kunststoff goes Future“ wird als sogenanntes Jobstarter-plus-Projekt als eines von 20 Projekten bundesweit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Zudem ist es deutschlandweit das einzige Projekt, das sich insbesondere mit der Kunststoffindustrie befasst. Es ist eingebettet in die Strukturen des Innovation Campus Lemgo (ICL) und der Lernfabrik 4.0. „Damit wollen wir die Nachhaltigkeit des Projekts sichern: Indem wir es auf dem Lemgoer Campus etablieren, möchten wir erreichen, dass wir ‚KungFu‘ auch nach Ablauf des Projektzeitraums weiterführen können“, erklärt Markus Rempe, Vorstandsvorsitzender der Lippe Bildung eG. So ist ein zentraler Aspekt des Projekts die Bestandserhebung in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen: Dabei soll unter anderem erfasst werden, wie der aktuelle Stand in Hinblick auf Zusatzqualifizierung und Unterstützungsmöglichkeiten ist und wo noch Handlungsbedarfe bestehen. „Wir wollen einen Überblick über die aktuellen Strukturen haben, aber auch erfahren, wie sich Berufsbilder und Tätigkeitsfelder in Zukunft verändern könnten. Dann können wir unserer Lotsenfunktion für die Unternehmen auch langfristig gerecht werden und sie sinnvoll unterstützen“, ist sich Achim Gerling, Projektleiter von „KungFu – Kunststoff goes Future“, sicher. Ziel sei es, die Ergebnisse des Projekts in die Ausbildungsqualität und Innovationskraft der Berufskollegs einfließen zu lassen.

Ein weiterer Teil des Projekts ist es, einen Bewerberpool aufzubauen, aus dem die kleinen und mittelständischen Unternehmen bei ihrer Suche nach passendem Nachwuchs schöpfen können. Dazu gehört unter anderem, über Kooperationen mit Bildungsträgern und Unternehmen die vielen Möglichkeiten, die Industrie und Handwerk bieten, bekannter bei den potenziellen Bewerbern zu machen. „Gerade bei den Schulabgängern mit guten Bildungsabschlüssen geht die Tendenz aber nach wie vor zum Studium. Deshalb ist es so wichtig, dass Wirtschaft, Industrie und Bildungsträger eng zusammenarbeiten: Dann können wir auch die Schulabgänger mit Abitur erreichen und ihnen zeigen, wie attraktiv eine duale Ausbildung in Industrie und Handwerk ist“, erklärt Carsten Kießler, kaufmännischer Leiter des IKU Kunststoff-Institutes und 2. Vorsitzender von „Kunststoffe in OWL“, in Hinblick auf die Kooperation mit der Lippe Bildung eG. Ein Schlüssel zur Bewältigung dieser Aufgabe ist der im Juni gegründete Fachausschuss „Digitale Bildung“ unter dem Vorsitz von Markus Rempe: Mit Vertretern aus den Bereichen Schule und Hochschule, Industrie und Handwerk, Gewerkschaften, Bezirksregierung und Wirtschaftsförderung soll ein engmaschiges Netzwerk entstehen, das das Projekt „KungFu“ eng begleitet.

BUZ: Stellen sich der Herausforderung, die handwerkliche Ausbildung fit für die digitale Zukunft zu machen: Achim Gerling, Landrat Dr. Axel Lehmann, Markus Rempe und Carsten Kießler (von links).