Die Wiese vor der Schultür ist ein faszinierendes Entdeckerparadies und das perfekte „Klassenzimmer im Grünen“ für die Grundschule. Auf spielerische Weise lässt sich hier das komplexe Thema Biodiversität direkt vor der Haustür begreifen. Anhand von bunten Blumen und krabbelnden Insekten erleben Kinder hautnah, wie eng die Natur miteinan-der verzahnt ist und warum der Schutz von Vielfalt so wichtig ist.
„Beim Entdecken der Schönheit einer blühenden Wiese mit allen Sinnen, beim Erforschen ihrer tierischen und pflanzlichen Bewohner, im Spiel oder beim kreativen Gestalten entwickeln Kinder Begeisterung und Empathie und können sich mit der Natur verbinden. Sie lernen altersentsprechend erste ökologische Zusammenhänge zu verstehen und staunen angesichts der Vielfalt der Funktionen, die Lebensräume wie Wiesen und Weiden erfüllen können“, begrüßte Julia Gatz (abgeordnete Lehrkraft, pädagogische Mitarbeiterin im Bildungsbüro Lippe) 18 Grund- und Förderschullehrkräfte zum SINUS-Lippe-Workshop auf dem Gelände des BNE-Regionalzentrums Rolfscher Hof in Detmold-Berlebeck.
Auf der Tagesordnung stand das Thema „Das Ökosystem Wiese – Biodiversität spielerisch entdecken und im Sachunterricht vermitteln“. Die TeilnehmerInnen erhielten von Diana Pagendarm und Vanessa Kowarsch (Team des Rolfschen Hofs) vielfältige Anregungen, wie es gelingen kann, das Ökosystem Wiese handlungsorientiert und multisensorisch im Sachunterricht zu verankern. Im Fokus standen praxiserprobte Methoden für das Lernen außerhalb des Klassenzimmers. Dafür wurde das weitläufige Gelände des Rolfschen Hofs mit vielfältigen Wiesenabschnitten genutzt, Becherlupen getestet, Insektenstaubsauger erprobt und „Wiesenkunstwerke“ erschaffen. „Ziel ist es, direkt einsetzbare Unterrichtsideen kennenzulernen, die Neugier wecken, die Selbstwirksamkeit der Kinder stärken und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) lebendig machen“, erläuterten die beiden Referentinnen des BNE-Regionalzentrums.
Diana Pagendarm betonte das ganzheitliche Bildungskonzept, welches eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausmacht: „Das Hauptziel von BNE ist es, Menschen jeden Alters zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen. Menschen sollen lernen zu verstehen, wie sich die eigenen Entscheidungen auf die Mitwelt, nachfolgende Generationen und das Leben in anderen Regionen der Erde auswirken.“
„Das Einbinden von BNE-Elementen in den Unterrichtsalltag kann helfen, diese Aufgabe anzugehen und zu bewältigen. Der außerschulische Lernort Wiese lässt sich hervorragend mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verknüpfen, da er als komplexes Ökosystem ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen direkt erfahrbar macht. Anstatt Nachhaltigkeit nur theoretisch zu besprechen, fördert die Wiese systemisches Denken, vorausschauendes Handeln und die Bewertung menschlicher Eingriffe in die Natur“, fasste Julia Gatz am Ende der Veranstaltung zusammen.
Interessierte Einrichtungen finden alle Informationen zum aktuellen SINUS-Jahresprogramm und die entsprechenden Kontaktdaten des Bildungsbüros Lippe unter https://www.lippe-mint.de/sinus-lippe/