Ran an den Ziegel – SINUS meets Industriekultur: Erfolgreicher SINUS-Lippe-Auftakt im LWL-Museum Ziegelei Lage

Regional- und Industriegeschichte hautnah erlebbar machen – das war das zentrale Thema bei der diesjährigen SINUS-Lippe-Auftaktveranstaltung im LWL-Museum Ziegelei Lage.

Zu Beginn des neuen Schuljahres stand für 35 Lehrkräfte von insgesamt 27 lippischen Grundschulen, sowie einer pädagogischen Mitarbeiterin eines Familienzentrums, das Thema „Ran an den Ziegel – SINUS meets Industriekultur“ auf der Tagesordnung. Im LWL-Museum Ziegelei Lage konnten die TeilnehmerInnen in eine Welt eintauchen, die Regional- und Industriegeschichte anschaulich und handlungsorientiert darstellt und veranschaulicht.

So setzten sich die pädagogischen Fachkräfte auf dem Gelände der über 100 Jahre alten, authentischen Ziegelei mit der damaligen Wohn- und Arbeitswelt auseinander. Sie erfuhren, wie die Wanderziegler früher unter harten Bedingungen gelebt und gearbeitet haben.

Den Wandel vom Handwerk zur Maschine stellte Anne Wieland, wissenschaftliche Referentin für Bildung und Vermittlung im LWL-Museum, im Rahmen einer Führung über das weitläufige Gelände dar. So erläuterte sie den TeilnehmerInnen „den Wandel von der mühsamen Handarbeit hin zur Industrialisierung“ anhand der historischen Maschinenziegelei und dem riesigen Ringofen. Die TeilnehmerInnen erhielten so Einblicke in die Technik- und Arbeitswelt: Wie funktionieren einfache mechanische Abläufe? Wie entsteht aus Lehm ein hartes Baumaterial?

Grundschulkinder lernen am besten über die eigenen Sinne. Das Museum bietet dafür ein stark handlungsorientiertes Programm, bei dem Kinder selbst aktiv werden. So konnten auch die pädagogischen Fachkräfte einen eigenen Ziegel von Hand streichen. Dazu pressten sie den Lehm selbst in historische Holzformen (Streichrahmen) und stellten eigene, echte Ziegelsteine her.

Am Ende waren sich alle einig, dass das Ziegeleimuseum eine inspirierende und informative Lernumgebung darstellt, in der schon Grundschulkinder den Wandel vom Handwerk zur Maschine praktisch nachvollziehen und verstehen können. „Schulklassen können sich an diesem außerschulischen Lernort spielerisch Wissen über die damalige Arbeitswelt aneignen. Sie können den gesamten Produktionsprozess eines elementaren Baumaterials nachvollziehen. So lernen sie den Rohstoff Lehm/Ton kennen, erforschen seine physikalischen Eigenschaften (Formbarkeit im nassen Zustand, Stabilität nach dem Trocknen/Brennen) und erfahren, wie man Werkzeuge (Streichrahmen, Abstreichholz) richtig nutzt, um ohne Maschinen gleichmäßige Baustoffe herzustellen“, stellte Julia Gatz (pädagogische Mitarbeiterin im Bildungsbüro Lippe, Handlungsfeld MINT-Bildung), gemeinsam mit Anne Wieland (LWL-Museum Ziegelei), heraus.

Neben der Vorstellung des neuen SINUS-Jahresprogramms erhielten 23 lippische Grundschulen und ein Familienzentrum eine Auszeichnung. Für die regelmäßige Teilnahme an den MINT-Workshops des vergangenen Schuljahres bekamen die Einrichtungen eine Teilnahme-Plakette überreicht. „Es ist toll zu sehen, mit welchem Engagement Sie sich für MINT-Themen eingesetzt habe“, unterstrich Frau Gatz bei der Ehrung, „wir freuen uns, wenn wir Sie im neuen Schuljahr erneut zu den SINUS-Veranstaltungen des Bildungsbüros Lippe begrüßen dürfen.“

Interessierte Einrichtungen finden alle Informationen zum neuen Jahresprogramm und die entsprechenden Kontaktdaten des Bildungsbüros unter www.lippe-mint.de/sinus-lippe/.