Der Kreis Lippe setzt sich aktiv für die präventive Förderung rechenschwacher Kinder im Kreisgebiet ein und hat mit der FörSchL-Qualifizierungsreihe („Förderung rechenschwacher SchülerInnen im Kreis Lippe“) nun bereits den siebten Projekt-Durchgang beendet.
Bereits lange vor Schulbeginn entwickeln Kinder Fähigkeiten und Einsichten in grundlegende Konzepte zu Mengen und Zahlen. Der Umfang vorschulischer numerischer Kompetenzen variiert jedoch stark. Forschungsbefunde belegen, dass Kinder, die am Schulanfang nicht die notwendigen Vorläuferfähigkeiten aufgebaut haben, ohne gezielte Förderung bis zum Ende der Grundschulzeit (und darüber hinaus) schwache Mathematiklernende bleiben. Mangelnde Vorläuferfähigkeiten gelten somit als eine wesentliche Ursache für die Entwicklung einer Rechenschwäche.
Geleitet von Frau Prof. Dr. Andrea Peter-Koop (Leiterin der Beratungsstelle für Kinder mit Rechenschwierigkeiten am Institut für Didaktik der Mathematik der Universität Bielefeld) beschäftigten sich 21 Teilnehmende im Rahmen der Veranstaltungsreihe mit praxisnahen diagnostischen Werkzeugen, um die Vorläuferfähigkeiten von Kindern beim Mathematiklernen auf spielerische Art und Weise, u.a. anhand eines mathematischen Basisinterviews, zu diagnostizieren. Die TeilnehmerInnen lernten gezielte alltagsnahe Fördermaßnahmen kennen, um späteren Rechenschwierigkeiten entgegenzuwirken. Auf der Basis von Förderdokumentationen wurden die Maßnahmen festgehalten und projektbegleitend in den Einrichtungen umgesetzt. Dabei erhielten die pädagogischen Fachkräfte wöchentliche Rückmeldungen durch ein Team von erfahrenen KleingruppenmoderatorenInnen, die die TeilnehmerInnen durch das Projekt begleiteten und als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung standen.
Mit dem Ziel, die multiprofessionelle und institutionsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken, wurde das Projekt erstmalig auch für Kita-ErzieherInnen geöffnet. Im Vordergrund stand dabei der Gedanke, Netzwerke und Kooperationen zwischen den Einrichtungen Kita und Grundschule auszubauen und wachsen zu lassen.
Julia Gatz, abgeordnete Lehrkraft im Bildungsbüro Lippe, unterstrich bei der Abschlussveranstaltung: „Die Workshop-Reihe bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um Kinder mit erhöhtem Risiko für Rechenschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und individuell zu fördern. Durch die Übertragung der Inhalte auf den regulären Mathematikunterricht oder den Kitaalltag wird das mathematische Lernen für alle Kinder verbessert.“
Das FörSchL-Projekt wird in Zusammenarbeit zwischen dem Bildungsbüro Lippe und dem Schulamt für den Kreis Lippe umgesetzt. Koordiniert wird die Veranstaltungsreihe von Julia Gatz, pädagogische Mitarbeiterin im Bildungsbüro Lippe, MINTBildung. Im Rahmen der Zertifikatsübergabe betonte Frau Gatz: „Das FörSchL-Projekt ist ein wichtiger Baustein beim Bestreben des Kreises Lippe, die Bildungschancen für alle SchülerInnen nachhaltig zu verbessern und vorhandene Bildungsungleichheiten abzubauen.“
Interessierte Einrichtungen finden alle Informationen zum FörSchL-Projekt und die entsprechenden Kontaktdaten des Bildungsbüros Lippe unter https://www.kreis-lippe.de/kreis-lippe/verwaltung-und-service/themen-und-projekte/bildung/grundschulen-foerschl.php