Integrationsschub durch individuelle Förderung.
„Wenn wir doch nur mehr von Ihnen hätten, dann würde es in unseren Schulen ganz anders aussehen!“ Dieser Ausspruch einer Schulleiterin in Lippe zeigt die Bedeutung der SmiLeys in Lippe.
SmiLe ist ein Projekt des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe. Ziel dieses Projektes ist es, Kinder beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen, und das auf ganz niederschwellige Art und Weise, indem gemeinsam gespielt oder gelesen wird, Individuell und ohne Leistungsdruck.
„Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher beruflicher Herkunft engagieren sich in diesem Projekt“, wie die Koordinatorin und abgeordnete Lehrkraft, Beate Becker, verdeutlichte, die einzige Voraussetzung sei es, Freude daran zu haben, Kindern und Jugendlichen zu begegnen, sie zu unterstützen und neugierig und offen für ihre Geschichte zu sein.
Zurzeit gibt es rund 30 SmiLeys in diesem Projekt, die einmal bis mehrmals in der Woche für mindestens eine Stunde mindestens ein Kind oder einen Jugendlichen unterstützen. Dies geschieht während der Unterrichtszeit am Vormittag. Hier kann sich jeder und jede mit seinen Fähigkeiten einbringen. „Von der professionellen Nachhilfe durch ehemalige Lehrkräfte bis zur Spiel-, Bastel- und Lesestunde ist alles vertreten und möglich“, so Becker weiter, dies geschehe immer in Absprache mit den Lehrkräften vor Ort.
Die Projektkoordinatorin weiß um die Nöte von Kindern an Schulen. „Kinder, die aus dem Ausland zu uns kommen, oft mit Fluchtgeschichte, brauchen Menschen, die Zeit haben und ihnen helfen, hier in Deutschland anzukommen“, durch Unterstützung beim Erlernen der Sprache, bei der Entwicklung des Selbstvertrauens und beim Umgang mit neuen und herausfordernden Situationen.
Zwei Mal im Jahr organisiert sie Austauschtreffen für die Ehrenamtlichen, die dann von ihren Erfahrungen berichten und Tipps austauschen, beispielsweise welches Spiel oder welche Übung gut läuft. „Dabei gibt es immer wieder anrührende Geschichten zu hören von engen Bindungen, von Kindern, die in der Schule aufblühen und ehemaligen Schülern, die selber SmiLey werden wollen, um diese positive Erfahrung, die sie durch die Unterstützung gemacht haben, weiterzugeben“, wie Becker darlegte. Dies zeige, dass ein einziger Mensch im Leben eines anderen einen großen Unterschied machen könne, wie auch schon der amerikanische Pädagoge Leo Buscaglia feststellte.
Einige Grundschulen, eine Förder- sowie eine Hauptschule und ein Berufskolleg, nehmen aktuell am Projekt teil. Diese Schulen befinden sich in Lemgo, Detmold, Lage, Bad Salzuflen und dem Kalletal.
Das Projekt ist auf ganzer Linie ein Erfolgsmodell und für alle ein großer Gewinn, entsprechend möchte die Koordinatorin weitere SmiLeys und Schulen ins Projekt aufnehmen. Ein guter Start ist dabei direkt nach den Sommerferien. Wer Lust hat sich zu engagieren, kann sich bei Beate Becker beim Kommunalen Integrationszentrum ab Mitte August melden. Kontaktdaten: b.becker@kreis-lippe.de oder 05231 62 1493.