SINUS-Lippe-Projekt – Arbeitsmittel und Veranschaulichungen im Mathematikunterricht

Arbeitsmittel und Veranschaulichungen sind ab dem mathematischen Anfangsunterricht unverzichtbar, z.B. bei der Thematisierung von Zahlen, Operationen und des Rechnens. Eine besondere Rolle nimmt dabei der Darstellungswechsel ein – also das Übersetzen zwischen verschiedenen Veranschaulichungen und Darstellungsformen.

Im Rahmen der SINUS-Veranstaltung des Bildungsbüros Lippe stand für 27 Grund- und Förderschullehrkräfte das Thema „Arbeitsmittel und Veranschaulichungen” auf der Tagesordnung. Die TeilnehmerInnen erhielten von Dr. Axel Schulz, Studienrat am Institut für Didaktik der Mathematik der Universität Bielefeld, vielfältige Anregungen, wie es im Mathematikunterricht gelingen kann, Veranschaulichungen und Arbeitsmittel mit allen Kindern sinnvoll zu nutzen.

Dabei lernten die Lehrkräfte die unterschiedlichen Funktionen kennen, die Veranschaulichungen im Unterricht haben können: Material kann zum einen als Lösungshilfe dienen, um Kinder dabei zu unterstützen, handelnd zur Lösung einer Aufgabe zu gelangen. Zum anderen hilft es dabei, Grundvorstellungen aufzubauen und „mentale Bilder“ im Kopf zu entwickeln, um so Rechenstrategien zu entwickeln und sich vom zählenden Rechnen zu lösen. „Darüber hinaus dienen Arbeitsmittel und Veranschaulichungen auch als Kommunikations-, Argumentations- und Reflexionshilfe. Sie sind Hilfsmittel zur Darstellung und Begründung von Lösungswegen und mathematischen Gesetzmäßigkeiten“, stellte Herr Dr. Schulz heraus.

Aufgabe der Lehrkräfte ist es, dafür zu sorgen, dass Material als Lernhilfe von allen Kindern wahrgenommen und genutzt wird. „Dies gelingt, indem die Arbeitsmittel und Veranschaulichungen zum didaktisch sinnvollen Bestandteil der Aufgabenstellung werden“, erläuterte Herr Dr. Schulz und stellte den TeilnehmerInnen vielfältige praktische Umsetzungsmöglichkeiten, wie z.B. das Schnelle Sehen oder die Aktivität Leg mal so, dass … für den Einsatz im eigenen Unterricht vor, die im Rahmen des Workshops praktisch erprobt wurden.

In diesem Zusammenhang betonte der Referent: „Veranschaulichungen können unterschiedlich gedeutet werden. Im Mathematikunterricht ist es von zentraler Bedeutung, wie mit diesen unterschiedlichen kindlichen Deutungen umgegangen wird“. Die Mehrdeutigkeit soll dabei als produktiv wahrgenommen werden und von den Lehrkräften als Kommunikationsgelegenheit genutzt werden, um mit den Kindern über Mathematik ins Gespräch zu kommen.

„Dafür ist es Voraussetzung, strukturorientierte, beziehungsreiche, flexible Deutungen von Anschauungsmaterial (und damit auch von mathematischen Inhalten) im Unterricht zuzulassen, um so Gelegenheiten zu schaffen, um gemeinsam mit den Kindern über das Mathematiklernen und die Mathematik nachzudenken“, fasste Julia Gatz (abgeordnete Lehrkraft, pädagogische Mitarbeiterin im Bildungsbüro Lippe) am Ende der Veranstaltung zusammen.

Interessierte Einrichtungen finden alle Informationen zum aktuellen Jahresprogramm und die entsprechenden Kontaktdaten des Bildungsbüros Lippe unter https://www.lippe-mint.de/sinus-lippe/.